Globus Multertor
Das Projekt
Umsetzung: 2023
Umbaudauer Restaurant:
vier MonateFläche: 215 m²
Layout: Showküche, Restaurant, Bar, Wein-Bar, Lobby, Garten
Sitzplätze: 70 Innen- &100 Aussenplätze
Historischer Standort mit bewegter Geschichte
Das prämierte Innenarchitektur-Konzept und dessen charakteristische Formensprache basieren auf einer sorgfältigen Analyse der «DNA» des Standorts. Die Geschichte des Hauses an der Neugasse 54 in St. Gallen reicht bis in die Blütezeit der Schweizer Textilindustrie zurück. Einst war hier die Stickereibörse angesiedelt – das Zentrum des weltweiten Handels mit St. Galler Spitzen. Später übernahm die Schweizerische Unionbank das Gebäude. Seit September 2023 betreibt der Spitzengastronom Tobias Funke im Erdgeschoss das Restaurant Multertor mit Café und Bar.
Der umfassende Gestaltungsauftrag für den Gastronomiebetrieb beinhaltete neben Raumkonzept und Möblierung auch die Entwicklung der Corporate Identity mit Logo, Website und Signaletik. Studer Innen & Architektur und Daniel Hunziker Design Identity (DHDI) verantworteten ausserdem sämtliche technischen Aspekte und die Bauleitung während des rund viermonatigen Restaurant-Umbaus. Dank der kombinierten Kompetenzen der beiden Unternehmen konnte die volle Design-Kraft entfaltet werden.
Elegantes Material- und Farbkonzept
Die Materialwahl interpretiert die Vergangenheit des Gebäudes in zeitgemässer Form: Eichenholz, Marmor, Keramik, Glas und Messing schaffen eine Atmosphäre, die historische Substanz und Gegenwart verbindet. Das Farbkonzept kombiniert gedeckte, elegante Töne mit gezielten Akzenten und kunstvollen Wand-Illustrationen.
Beizenstühle des Schweizer Traditionsherstellers horgenglarus – viele davon restauriert und mit eigener Geschichte aus der Basler Kronenhalle – werden ergänzt um massgefertigte Einbauten von Girsberger. Die Möblierung greift die kulinarische Ausrichtung auf: Es sind Klassiker, neu interpretiert. Eine sieben Meter lange, zwei Meter auskragende Marmortheke bildet das eindrückliche Herzstück des Raums.
Ein weiteres, innovatives Element ist die multifunktionale Deckengestaltung: Sie vereint Schallschutz mit Beleuchtung und erzeugt so eine behagliche Atmosphäre. Die Objekte aus recyceltem Filz nehmen erkennbar Bezug auf das St. Galler Stickerei-Erbe.
Am historischen Standort der einstigen Stickereibörse ist ein Restaurant entstanden, das kulturelles Erbe, zeitgemässe Formensprache und handwerkliche Präzision in Balance bringt. Das Projekt wurde 2025 mit dem German Design Award ausgezeichnet. Die internationale Jury würdigte die «hervorragenden und vorbildlich umgesetzten Gestaltungsleistungen» der beiden Zürcher Unternehmen Studer & Co. sowie Daniel Hunziker Design Identity (DHDI).